Lexikon


Definitionen häufig verwendeter Sachbegriffe in alphabetischer Ordnung

ADI – Artificial Insemination by Donor
engl.: Artificial Insemination by Donor, dt.: donogene Insemination

Anejakulation
Orgasmus ohne Samenerguß, zu differenzieren von retrograder Ejakulation (s. dort) z. B. nach Prostata OP, nach Rückenmarksverletzungen

Anorgasmus
fehlende Fähigkeit einen Orgasmus zu bekommen.
Ursache: meist psychosexuell, Diabetes

Antegrade Ejakulation
Samenerguß in typischer Richtung (antegrad=nach vorn), siehe dazu Retrograde Ejakulation

Azoospermie (prim., sek.)
Fehlen von Samenzellen im Samenerguß.

primär = schon immer, sekundär = nach vormals bekannter Spermienproduktion

Asthenozoospermie
zu geringer Anteil normal beweglicher Samenzellen im Ejakulat

Donogene Insemination (DI)
(Spendersamenübertragung, auch bezeichnet als: ADI (Artifizielle Donogene Insemination), heterologe Insemination, AID (engl. Artificial Insemination by Donor)

Ductus deferens Aplasie
(CBAVD = kongenitale bilaterale Ductus-deferens-Aplasie). In Zusammenhang mit der Mucoviszidose (s. dort) kann es zu einem Verschluß der ableitenden Samenwege kommen.
Häufigkeit: 5% der Männer mit Unfruchtbarkeit

Ejakulation
Samenerguß

Hodenatrophie
in Folge z. B. von Trauma, Entzündung, Anabolikaabusus kann es zur Schrumpfung der Hoden kommen, die u. a. eine Unfruchtbarkeit bedingen kann.

Heterologe Insemination
häufig gebrauchte aber medizinisch nicht korrekte Bezeichnung für Donogene Insemination. Heterologe Insemination bedeutet eigentlich, dass Samenzellen einer anderen Spezies verwendet werden!

Hodentrauma
Verletzung des Hodens

Homologe Insemination
gebräuchliche Bezeichnung für Samenübertragung unter Verwendung der Spermien des Ehemannes oder des Lebenspartners. Letzteres gelegentlich bezeichnet als „quasi-homolog“.

Hypospermie
verringerte Ejakulatmenge

ICSI – Intra Cytoplasmatische Spermien Injektion
Form der künstlichen Befruchtung, bei der in einer Kulturschale jeweils eine Samenzelle in die Eizelle eingespritzt wird.

Insemination
einfachste Art der künstlichen Befruchtung, bei der die Spermien (meist nach spezieller Aufbereitung im Labor) mit einem Katheter üblicherweise direkt in Zervix (Gebärmutterhals) oder Gebärmutter eingespritzt werden. Siehe auch IUI.

IUI – Intra Uterine Insemination
Die (meist speziell aufbereiteten) Spermien werden mit einem Katheter direkt in die Gebärmutterhöhle eingespritzt.

IVF – In Vitro Fertilisation
Form der künstlichen Befruchtung, bei der der Eizelle in einer Kulturschale jeweils ca. 100.000 gut bewegliche Spermien hinzugesetzt werden

Kallman Syndrom
auch hypogonadotroper Hypogonadismus, ist eine angeborene Störung der Hirnanhangsdrüse, die zu wenig Gnrh-Hormon ausschüttet, welches dazu führt, dass sich die Hoden/Eierstöcke nicht richtig ausbilden.
Erkrankungshäufigkeit bei Männern: 1: 8.000
Erkrankungshäufigkeit bei Frauen: 1: 40.000

Kappeninsemination
einfache Form der Insemination, bei der die unaufbereiteten Spermien mittels einer Kunststoffkappe (Portiokappe) direkt an den Muttermund gebracht werden.

Klinefelter Syndrom
Erkrankung, die durch eine Chromosomenfehlverteilung entsteht. Anstelle eines normalen männl. Chromosomensatzes (46 XY) enthalten die meisten Körperzellen ein zusätzliches X-Chromosom (47 XXY).
Übliche Anzeichen: ausbleibende- oder verzögerte Pubertät, ausbleibender Bartwuchs, Hochwuchs, Unfruchtbarkeit.
Häufigkeit in Dtl.: 1: 80.000.

Kryokonservierung
Gefrierkonservierung, Einfrieren von Zellen oder Geweben (kryo = griech.-kalt)

Kryptozoospermie
es finden sich im Ejakulat kaum lebende Spermien

Mucoviszidose
häufigste erbliche Stoffwechselkrankheit, bei der, bedingt durch eine Störung eines Zellmembranproteins (CFTR Protein), verschiedene Drüsenfunktionen gestört sind.
Betroffen sind vornehmlich: Lunge, Bauchspeicheldrüse, Darm, Leber, männliches Geschlechtsorgan (Ductus deferens Aplasie- s. dort).
Häufigkeit: 1: 2.500.

Mumpsorchitis
Entzündung der Hoden in direktem Zusammenhang mit der Kinderkrankheit Ziegenpeter/Mumps

Nekrozoospermie
im Ejakulat finden sich nur tote Spermien

OAT – Oligo-Astheno-Teratozoospermie
Kurzzusammenfassung des Ergebnisses einer Spermauntersuchung (oligo=zu wenig, gemeint ist die Konzentration pro ml; astheno = zu langsam; terato = zu geringer Anteil normal geformter Spermien)

Parvisemie (auch Hypospermie)
verringerte Ejakulatmenge

Polyspermie
starke Erhöhung der Spermiendichte des Ejakulates auf über 250 Mill./ml

Refertilisierung

Eingriff mit dem Ziel einer Vasektomie. Oder eine (weibl.) Sterilisation rückgängig zu machen.

Retrograde Ejakulation
Samenerguß in die Blase (retrograd = nach hinten), meist durch Nervenschädigung nach operativen Eingriffen im Beckenbereich, bei Diabetes, bei Alkoholismus, Bandscheibenvorfall, Multipler Sklerose

TESE – Testicular Sperm Extraction
Testicular Sperm Extraction, dt.: Testikuläre Extraktion von Spermien;
Finden sich im Ejakulat keine Samenzellen, können diese häufig, mittels Operation, direkt aus dem Hoden gewonnen werden

Vasektomie
männl. Sterilisation, wobei die Samenleiter verödet, unterbunden oder durchtrennt werden.

Turner Syndrom
vollst.: Ullrich-Turner Syndrom, Erbkrankheit, die nur bei Frauen vorkommt. Anstelle des normalen weibl. Chromosomensatzes (46 XX), finden sich lediglich 45 Chromosomen, durch das Fehlen eines X Chromosoms.
Anzeichen: verzögerte Pubertät, eingeschränktes Größenwachstum, Unfruchtbarkeit.
Häufigkeit: 1: 2.500

Ullrich-Turner Syndrom
siehe Turner Syndrom