Spenderauswahl


Allgemeine Aspekte der Spenderauswahl

Bei der Berliner Samenbank spenden junge Männer zwischen 20 und 38 Jahren. Darunter finden sich Auszubildende, Handwerker, Studenten, Beamte, Wehrpflichtige, Intellektuelle. Anlässlich jedes Besuchs und beim Aufnahmegespräch mit Vertragsabschluß überzeugen sich die Mitarbeiter der BSB davon, dass der Spenderkandidat keine körperlichen oder geistigen Auffälligkeiten aufweist.

Eine besonders gute Samenqualität, auch nach dem Auftautest des Probeejakulates, ist selbstverständlich.

Spender nachgewiesener Fruchtbarkeit, d.h. sie haben Kinder oder zumindest Schwangerschaften erzeugt, werden bevorzugt.

Erbkrankheiten und spezielle Stoffwechselerkrankungen sollten in der eigenen Familie nicht aufgetreten sein.

Hierzu zählen:

  • Diabetes mellitus,
  • Anfallsleiden,
  • Geisteskrankheiten,
  • Rheuma und
  • Asthma

Junge Männer in fester Beziehung oder Ehe werden wegen des geringeren Risikos, an einer Geschlechtskrankheit zu erkranken, ebenfalls bevorzugt.

Gerade wegen des Infektionsrisikos bei Promiskuität oder riskanter Lebensweise, werden Männer aus bestimmten Personengruppen nicht als Spender angenommen (Drogenabhängige, Homosexuelle).

Die Spender werden auf folgende Infektionskrankheiten untersucht:

  • HIV 1 u. 2,
  • Hepatitis A, B u. C,
  • Syphillis (TPHA Test),
  • Tripper (GO: Gonokokken),
  • Cytomegalie-Virus (CMV).

Bei jedem Neuspender wird eine Chromosomenuntersuchung (Karyogramm) durchgeführt. Unter bestimmten Bedingungen können auch weitere Untersuchungen durchgeführt werden (z. B. Molekulargenetik).

Jede Samenprobe wird erst nach 6-monatiger Quarantänezeit und erneut unauffälligem Gesundheitscheck für die Verwendung freigegeben. Dieser Zeitraum ergibt sich aus der sogenannten Inkubationszeit, die für HIV Erreger einige Monate betragen kann. HIV Antikörper werden mitunter erst einige Monate nach erfolgter Ansteckung im Blut nachweisbar.

Spezielle Aspekte der Spenderauswahl

Die oft große Zahl unterschiedlicher Spender aller Blutgruppen erlaubt dem Paar die Auswahl eines Spenders mit gewünschten Merkmalen, welche aus verständlichen Gründen meist denen des Ehemannes/Partners entsprechen soll. Hierzu zählen allgemeine äußere Merkmale wie körperliche Erscheinung, Haar- und Augenfarbe etc., aber auch die Blutgruppe und die Rhesusformel.

Die Spender sind auch nach Schulabschluss, Beruf und Interessenprofil katalogisiert. So ist es unter Umständen möglich, auf Wesensmerkmale und Schulbildung zurück zu schließen.

Der Berliner Samenbank vorliegende Fotos von Spendern werden dem Empfängerpaar nicht vorgelegt, da dies dem Anonymitätsbegehren der Spender widersprechen würde. Die Fotos geben uns jedoch die Möglichkeit, eine möglichst hohe Spender-Partner-Angleichung zu erreichen.

Üblicherweise legen wir dem Paar eine Spendervorauswahlliste mit vier bis acht möglichen Kandidaten vor, wobei zusätzlich die optische „Paßgenauigkeit“ zwischen der Optik der Samenspender zum Partner/Ehemann quantifiziert wird (1= sehr hohe -, 2= gute Ähnlichkeit).

Dem Paar bleibt selbstverständlich unbenommen, ob es für die Auswahl ’seines‘ Spenders eher andere Gesichtspunkte (wie Beruf, Ausbildung, Hobbys) heranziehen möchte.

Sollte es – unter optimalen Bedingungen nach drei- bis fünfmaliger Behandlung – mit den Proben eines Spenders nicht zur Schwangerschaft kommen, kann ein Spenderwechsel sinnvoll sein.

Gleiches gilt natürlich auch, wenn sämtliche Proben dieses Spenders inzwischen aufgebraucht wurden. Daher kann es durchaus sinnvoll sein, von vornherein eine bestimmte Probenanzahl fest (kostenpflichtig) zu reservieren.