Historisches zur Insemination


Kuehlraum-1-954x375

Experimente mit ‚kleinen Tierchen‘

Der italienische Arzt und Naturwissenschaftler Lazzaro Spallanzani (1729 bis 1799) bewies, dass neues Leben nicht nur durch den Geschlechtsverkehr ‚an sich‘, sondern auch durch das Einführen von, dem männlichen Tier entnommenem, Sekret seines Geschlechtsorganes in ein weibliches Tier entstehen kann. Er experimentierte hierzu erfolgreich am Hund und an Fröschen. Die besondere Bedeutung der in diesem Sekret gefundenen ‚kleinen Lebewesen‘ (Spermien) blieb ihm jedoch unklar.

1790 – erfolgreiche ‚homologe Insemination‘

Von 1790 stammt die erste schriftliche Überlieferung einer erfolgreichen Samenübertragung (Insemination) durch den englischen Arzt Dr. John Hunter. Er übertrug (inseminierte) das Ejakulat eines Mannes, der an einer Hypospadie (Mündung der Harnröhre im Bereich der Unterseite des Penisschaftes) litt, auf dessen Ehefrau. Dies war also der erste bekannte Fall einer so genannten ‚homologen Insemination‘.

Nach diesem Erfolg verbreitete sich die Anwendung dieser Methode, auch mit anderen Diagnosen, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts rasch weltweit.

1884 – erfolgreiche ‚donogene Insemanition‘

Die erste überlieferte ‚donogene Insemination‘, also die Verwendung von Sperma eines anderen Mannes, wurde 1884 durch Dr. William Pancoast des Jefferson Medical College- USA durchgeführt. Er half einem Ehepaar, bei dem der Mann durch eine Geschlechtskrankheit unfruchtbar geworden war. Hierbei inseminierte er der in der Ehe bisher kinderlos gebliebenen Frau die Samenflüssigkeit eines Medizinstudenten.

Weltweite Verbreitung und Gegner

Der weltweite Aufschwung der Inseminationsbehandlung als Therapie der ehelichen Unfruchtbarkeit erfolgte trotz des Widerstandes in der Gesellschaft und natürlich insbesondere von kirchlicher Seite. Immerhin musste ja das Sperma per Masturbation gewonnen werden. Die Verwendung des Ejakulates eines fremden Mannes widersprach nun schließlich allen moralischen Normen (s. Vatican: Donum vitae 1987, Evangelium vitae 1995).

Die homologe Insemination wird von ihr heute wenigstens, mehr oder weniger, toleriert, die donogene weiterhin verpönt.