Vorgehen


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Die Berliner Samenbank friert Zellen ein und lagert sie. Die medizinische Behandlung erfolgt in der Praxis für Fertilität. Hier erfolgt auch die Aufklärung über das Vorgehen.

Natürlich kann prinzipiell die eine, im natürlichen Zyklus wachsende, Eizelle abgesaugt und konserviert werden.

Davon ist jedoch aus folgenden Gründen abzuraten:

  1. Es kann nicht garantiert werden, dass jede Zelle das Einfrieren und Auftauen übersteht.
  2. Es kann nicht garantiert werden, dass sie sich befruchten lässt.
  3. Es kann nicht garantiert werden, dass sich der entwickelnde Embryo einnistet.
  4. Es kann nicht garantiert werden, dass es danach nicht zur Fehlgeburt kommt.

Bedenkt man ferner, dass sich bei einer 30-jährigen Frau nur etwa 30 % der Embryonen zu einem entwicklungsfähigen Embryo (Blastozyste) entwickeln, ergibt sich, dass eine höhere Anzahl an Eizellen gewonnen und eingefroren werden sollten. Beim Embryotransfer einer Blastozyste (einer 30-Jährigen) kann in 35 % mit einer Schwangerschaft gerechnet werden. Transferiert man 2 Blastozysten, sind 50-60 % zu erwarten. Kumulativ ergibt sich beim Transfer von 3 mal je 2 Blastozysten eine Schwangerschaftsrate von gut 90 %!

Zu bedenken ist jedoch beim Transfer von 2 Embryonen das relativ hohe Zwillingsrisiko.

Aus dem Vorgenannten ergibt sich unsere Empfehlung, etwa 30 Eizellen gewinnen und einfrieren zu lassen.

Dazu erfolgt in der ersten Zyklushälfte eine hormonelle Stimulation, die je nach Art und Dosis pro Zyklus 5-15 (20?) Eizellen gewinnen lässt. Wir empfehlen eher eine zurückhaltendere Stimulation, da die für die konventionelle IVF typische hochdosierte Stimulation Risiken mit sich bringt, die besonders bei der Wunschleistung Fertilitätsreserve nicht akzeptiert werden sollte. Bei der sogenannten ‚Mini-IVF‘ wird sehr zurückhaltend mit Clomifentabletten und etwa 3-4 Spritzen die komplette Stimulation durchgeführt. Vorteile sind die geringe Belastung bei der Medikamenteneinnahme und die geringen Kosten. Das Risiko einer Überstimulation kommt bei dieser Art der Behandlung praktisch nicht vor.

Trotz Verwendung des Begriffes ‚Mini-IVF‘ soll hier jedoch ausdrücklich unterstrichen werden, daß es hier nur um die Eizellgewinnung geht, nicht um eine komplette IVF, bei der ja eine Befruchtung erfolgt. Beim ’social freezing‘ werden ausschließlich unbefruchtete Eizellen konserviert. Erst wenn, ggf. einige Jahre später, eine Schwangerschaft gewünscht wird, werden die Zellen (einzeln oder in Gruppen – je nach Fall) aufgetaut und mit den Partnersamen befruchtet.