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AKTUELLES
INFORMATIONEN AUS WISSENSCHAFT, FORSCHUNG, POLITIK UND GESELLSCHAFT

ARCHIV  2009 / 2008 / 2007

 

ARCHIV  2009

 

Pfeil17.09.2009
Zwei Inseminationen pro Zyklus?

 

17.09.2009
Zwei Inseminationen pro Zyklus?

In einer neuen sogenannten 'Meta-Analyse' wurde die Erfolgsrate zwischen der einmaligen Insemination pro Behandlungszyklus verglichen mit der Schwangerschaftsrate (SSR) nach zweimaliger Insemination pro Zyklus. Es wurden die wichtigsten Studien (1997-2007) zu diesem Thema durchgearbeitet. Insgesamt wurden Daten von 829 Patienten (50% Einzelinsemination, 50% Doppelinsemination) untersucht. Nur Fälle sogenannter Idiopathischer Sterilität (also mit unbekannter Sterilitätsursache ) wurden eingeschlossen.

Hierbei fand man heraus, das die SSR in der Einzelinseminations Gruppe 14,4% betrug, die der anderen Gruppe 13,6%.

Die Untersucher folgerten daraus, dass, von bestimmten Fällen vielleicht abgesehen, die Doppelinsemination keinen Vorteil gegenüber der Einzelinsemination ergibt.
(Anmerkung: Dies hat auch unter Kostenaspekten für die Patienten eine zusätzliche Bedeutung! Dr. Peet )

Dr. Peet

Quelle:
Fertility and Sterility August- 2009; in press

 

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ARCHIV  2008

 

PfeilÄrzte Zeitung, 12.06.2008
Zahl der Geburten ist im ersten Quartal gesunken

Pfeil10. 04.2008
Bessere Spermien durch Folsäure

Pfeil19.03.2008
Aktuelles aus der Justiz - Bundesrat billigt neues Gesetz zum Vaterschaftstest

 

Ärzte Zeitung, 12.06.2008
Zahl der Geburten ist im ersten Quartal gesunken

WIESBADEN (fst). Im ersten Quartal dieses Jahres sind in Deutschland 164 000 Kinder lebend geboren worden, hat das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen mitgeteilt. Das sind 1,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Sterbefälle ist dagegen um 11 600 auf 230 000 gestiegen. Das entspricht einem Anstieg um 5,3 Prozent.

Die Zahl der Geburten hat im Jahr 2006 mit 672 724 einen Tiefststand in Deutschland erreicht. In diesem Jahr wurden fast 149 000 weniger Menschen geboren als gestorben sind. Die höchste Geburtenzahl verzeichneten die Statistiker im Jahr 1964. Damals kamen 1,357 Millionen Kinder lebend zur Welt.

Quelle:
Ärzte Zeitung, www.aerztezeitung.de, Panorama

 

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10. April 2008
Bessere Spermien durch Folsäure

An der Universität Berkeley, Kalifornien wurde in einer Studie untersucht, ob sich bestimmte Nahrungsergänzungsmittel oder Vitamine (in diesem Falle Folsäure) positiv auf die Spermienqualität auswirken.

Es wurde herausgefunden, dass bei Männern, die eine hohe tägliche Aufnahme von Folsäure in Ihrer Nahrung hatten, der Anteil der Spermien mit unnormalem Chromosomenbesatz (Aneuploidie) geringer war als bei Männern mit deutlich geringerer Folsäureaufnahme. Durchschnittlich haben 4% der Spermien eines gesunden Mannes eine Chromosomenfehlverteilung.

Kommt es zu einer Befruchtung mit einem aneuploiden Spermium, bleibt entweder die weitere Zellteilung aus oder aber es entstehen Kinder mit chromosomalen Erkrankungen wie: Morbus Down (Trisomie 21), Turner Syndrom (Monosomie-X) oder Klinefelter Syndrom (47 XXY).

Die Studie konnte zeigen, dass Männer, die zwischen 722 und 1150 yg Folsäure täglich mit ihrer Nahrung und ggf. als Konzentrat zu sich nahmen, eine 20-30% niedrigere Aneuploidierate aufwiesen.

Nach einer Auswertung der Universität Sheffield gibt es Anzeichen dafür, dass eine gesunde Ernährung, ggf. mit Nahrungsergänzungsmitteln, die Qualität der produzierten Spermien verbessert, nicht aber die Anzahl der Spermien.

Zitat Dr. Alan Pacey:
"And because it takes three months to produce sperm, any lifestyle changes should take place well in advance of any attempt to conceive."

Übersetzung:
"Da es 3 Monate dauert Spermien zu produzieren, sollte mit Veränderungen des Lebensstils (gemeint sind hier auch Alkohol und Nikotin - der Verf.) bereits längere Zeit vor der Umsetzung des Kinderwunsches, begonnen werden!"

Dr. Peet

Quelle:
2008/03/20  http://news.bbc.co.uk/go/pr/fr/-/1/hi/health

 

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Informationen zu Folsäure:

Rucola
Folsäure kommt u. a. vor in Feldsalat, dunklen Blattgemüsen, Spinat, Spargel, Blumenkohl, Rote Beeten, Produkten aus Vollkorn, Weizenkeimen, Hülsenfrüchten, Bananen
Foto: Rucolasprossen

Folsäure gehört zur Gruppe der B-Vitamine und ist "unentbehrlich für die Vorgänge der Zellteilung und damit der Zellneubildung." Vom ersten Lebenstag an ist Folsäure deshalb von Bedeutung, insbesondere im Zusammenhang der Fortpflanzung.

Erst spät wurden Mangelerscheinungen bekannt, hervorgerufen durch veränderte Lebensmittel, Lebensmittelverarbeitung, falschen Umgang damit, z. B. ein Mangel an Folsäure beim Kantinenessen gegenüber Mahlzeiten, die frisch zubereitet werden.

Quellen und weitere Informationen:

Pfeil www.gesundheit.de zu Folsäure
Pfeil Wikipedia zu Folsäure
Pfeil Ärzteblatt zur gesundheitlichen Bedeutung der Folsäurezufuhr

 

 

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19.03.2008
Aktuelles aus der Justiz - Bundesrat billigt neues Gesetz zum Vaterschaftstest

Berlin (dpa) - Der Bundesrat billigte am Freitag das vom Bundestag verabschiedete Gesetz zur Klärung der Vaterschaft. Heimliche Gentests bleiben zwar weiterhin ohne rechtliche Wirkung. Bei Zweifeln an der Vaterschaft kann die Abstammung eines Kindes jetzt einfach auf legalem Weg überprüft werden. Bislang war dies nur möglich, wenn alle Betroffenen zustimmten.

Das neue Gesetz räumt Vater, Mutter und Kind gegenüber den jeweils anderen beiden Familienmitgliedern nun ausdrücklich einen Anspruch auf Klärung der Abstammung ein. Sperrt sich ein Betroffener, kann das Familiengericht die Zustimmung ersetzen.

Anders als nach dem alten Recht kann jetzt ein Vater die Abstammung eines Kindes klären lassen, ohne dass er sich von vornherein von dem Kind lossagen muss. Bisher blieb einem zweifelnden Vater nur der Weg über eine sogenannte Anfechtungsklage. Diese hatte im Erfolgsfall zwingend zur Folge, dass das Kind seinen Unterhaltsanspruch und der Vater sein Sorgerecht verlor.

Das Bundesverfassungsgericht hatte dem Gesetzgeber im vergangenen Jahr aufgegeben, Vätern einen einfachen Weg zu eröffnen, Zweifel an ihrer biologischen Vaterschaft zu überprüfen. Zum Schutz des Kindes hat der Bundestag allerdings eine Härtefallregelung eingebaut. So kann in Ausnahmefällen die Überprüfung der Abstammung zumindest ausgesetzt werden - etwa bei einem pubertierenden Kind, das unter Magersucht leidet und vor der psychischen Belastung eines solchen Vaterschaftstests geschützt werden soll.

Heimliche Tests bleiben weiterhin verboten, sind aber straffrei.

Das Bundesverfassungsgericht hatte dem Gesetzgeber aufgetragen, bis zu dieser Frist ein vereinfachtes Verfahren zu schaffen. Heimliche Tests bleiben weiterhin verboten, sind aber straffrei.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) betonte wiederholt, dass mit dem jetzigen Verfahren die Rechte aller Betroffenen gewahrt blieben. Es sei keine Lösung, die Frage der Abstammung mit heimlichen Gen-Tests zu beantworten.

Das Gesetz soll spätestens am 31. März in Kraft treten.

Dr. Peet
Quelle: dpa und kna - Katholische Nachrichten Agentur, Bonn

 

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ARCHIV  2007

 

Pfeil07.09.2007
Auch unverheiratete Paare können nun die Kosten der Kinderwunschbehandlung steuerlich geltend machen!

Pfeil16.07.2007
Neuer Schnelltest zur Untersuchung der männlichen Fruchtbarkeit

Pfeil05.07.2007
Geburt eines Kindes nach Gefrierkonservierung einer unreifen/unbefruchteten Eizelle
Bericht vom ESHRE Kongress in Lyon

Pfeil20.05.2007
Neue Richtlinien zur Regelung der Eizellspende in Spanien

Pfeil20.04.2007
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Das erste deutsche IVF-Kind ist 25 Jahre alt!

Pfeil15.04.2007
Britischen Forschern ist es gelungen, aus Knochenmarkzellen Spermien zu züchten

Pfeil11.04.2007
Neuer Spermien-Schnelltest

Pfeil17.03.2007
Weitere Liberalisierung der künstlichen Befruchtung in Belgien

 

07.09.2007
Auch unverheiratete Paare können nun die Kosten der Kinderwunschbehandlung steuerlich geltend machen!

Aufwendungen einer nicht verheirateten empfängnisunfähigen Frau für Maßnahmen zur Sterilitätsbehandlung durch sogenannte In-vitro-Fertilisation sind seit dem aktuellen Urteil (EStG § 33, Urteil vom 10. Mai 2007 III R 47/05) als außergewöhnliche Belastung abziehbar, wenn die Maßnahmen in Übereinstimmung mit den Richtlinien der ärztlichen Berufsordnungen vorgenommen werden.

Dies gilt aber - nach Urteilstext - nur, wenn eine „auf Dauer angelegte, feste Partnerschaft" besteht.

Dr. Peet
Quelle: BRZ Rundschreiben, Stern.de

 

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16.07.2007
Neuer Schnelltest zur Untersuchung der männlichen Fruchtbarkeit

Marburger Mediziner haben einen Schnelltest entwickelt, mit dem innerhalb von 15 Minuten ermittelt werden können soll, ob ein Mann fruchtbar ist, oder nicht. Mit Hilfe eines Teststreifens, ähnlich einem üblichen Schwangerschaftstest, wird dabei festgestellt, ob das Ejakulat mehr als 15 Millionen Spermien pro Milliliter enthält. "Liegt die Zahl über 10 Millionen pro Milliliter, dürfte der Mann zeugungsfähig sein", erklärt der Wissenschaftler Gunther Wennemuth.

Laut Wennemuth sind fünf Prozent aller Paare in Deutschland ungewollt kinderlos. Die bekannten Ursachen dafür liegen zu 30 Prozent bei den Frauen, zu weiteren 30 Prozent bei den Männern, beim verbleibenden Teil liegen unbekannte Ursachen vor, oder aber eine Kombination.

Während sich kinderlose Frauen dem Mediziner zufolge meist relativ frühzeitig "durchdiagnostizieren lassen", schämten sich viele Männer, wegen einer vermuteten Zeugungsunfähigkeit zum Arzt zu gehen. Nun kann die Zeugungsfähigkeit laut Wennemuth "im stillen Kämmerlein" überprüft werden.

Der Test soll im Jahr 2008 auf den Markt kommen und wird in Apotheken und im Internet frei verkäuflich sein. Der Preis wird zwischen 20 und 50 Euro liegen.

Dr. Peet
Quellen: Focus online, Die Welt, Der Tagesspiegel, SDA, AFP

Anmerkung zum Schnelltest

Zeigt der Test an, dass die Spermienkonzentration über dem Grenzwert von 10 Millionen/ml liegt, bedeutet dass jedoch noch lange nicht, dass der betreffende Mann fruchtbar ist. Auch schon eine Spermienkonzentration zwischen 10- und 20 Millionen ergibt eine mäßige bis schwere Fruchtbarkeitseinschränkung. Außerdem sagt der Test nichts aus über den Anteil der gut vorwärtsbeweglichen ("A-motilen") oder über den Anteil normal geformter Samenzellen.

Zur verlässlichen Einschätzung der männlichen Fruchtbarkeit sind Spermienkonzentration, –menge, –beweglichkeit und -körperform unerlässlich.

Dem Mann, dem der Test eine normale Fruchtbarkeit "bescheinigt" bleibt also der Gang zur vollständigen Spermienanalyse (Spermiogramm) nicht erspart, insbesondere dann, wenn trotz gutem Testergebnis des Schnelltests nach einigen Monaten bei seiner (gesunden) Partnerin / Ehefrau keine Schwangerschaft aufgetreten sein sollte.

Dr. Peet

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05.07.2007
Geburt eines Kindes nach Gefrierkonservierung einer unreifen/unbefruchteten Eizelle
Bericht vom ESHRE Kongress in Lyon

In Kanada kam es kürzlich zur Geburt eines Kindes, welches entstanden ist aus der vor wenigen Monaten gefrierkonservierten unreifen Eizelle und den frischen Spermien des Partners. Von diesem Erfolg der In-vitro-Maturation berichteten kanadische Wissenschaftler auf dem jährlichen Meeting der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE) in Lyon, Frankreich.

Üblicherweise werden meist Eizellen eingefroren, die bereits (teil-) befruchtet sind. Entwicklungen in der Kryotechnik zeigen nun, dass auch die -viel schwieriger einzufrierenden- unbefruchteten Eizellen eine gute Chance haben, später befruchtet werden zu können. Dies z.B. nach Abschluß einer Krebstherapie der Frau.

Nach Krebsdiagnose muß üblicherweise schnell mit einer Behandlung begonnen werden. Operationen, Chemotherapie und Bestrahlung können die Fruchtbarkeit unter Umständen vollkommen zerstören. Nicht immer ist zu diesem Zeitpunkt ein Lebenspartner "zur Stelle" mit dessen Spermien befruchtete Eizellen hergestellt und eingefroren werden können. Wenn die Zeit für eine Hormonbehandlung, zur Herstellung von 10-20 reifen Eizellen nicht ausreicht , oder Ihre Krankheit nur verschlimmern würde, können Eizellen aus den Eierstöcken gewonnen werden, die im Labor "ausgereift" und eingefroren werden können.

Die Technik der In-vitro-Maturation befindet sich noch in der Entwicklung. Bei Krebspatientinnen wurde sie noch nie getestet. Die Technik wendeten die kanadischen Wissenschaftler im beschriebenen Fall bei 20 Frauen an, die am sog. PCO-Syndrom (PCOS) leiden, und deshalb nur schwer Kinder bekommen können. Die Hormonbehandlung im Rahmen der üblichen künstlichen Befruchtung (IVF) wurde bei Ihnen, wegen der Gefahr eines so genannten Ovariellen Überstimmulationssyndroms nicht angewendet.

Drei weitere Frauen warten auf die Geburt Ihrer Kinder.

Sollte sich die neue Vorgehensweise bewähren und die (heute noch geringen) Schwangerschaftschancen erhöhen, halten es die Wissenschaftler sogar für denkbar, dass man mit diesem Verfahren die IVF, mit ihrer hochdosierten Hormonbehandlung, revolutionieren könnte.

Dr. Peet
Quelle: New Scientist, ESHRE Newsletter 2007

 

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20.05.2007
Neue Richtlinien zur Regelung der Eizellspende in Spanien

Heutzutage legen immer mehr Frauen ihre Familienplanung in ein höheres Lebensalter (38 bis Mitte 40). Sie sind jedoch gleichzeitig konfrontiert mit dem Problem der deutlich sinkenden Schwangerschaftserwartung pro Zyklus. Dies ist vor allem bedingt durch die verringerte Fähigkeit ihrer Eierstöcke, chromosomal normale und befruchtungsfähige Eizellen zu produzieren.

Seit langem ist bekannt, dass die Reproduktionsmedizin hierfür verschiedene Lösungen anbietet. Eine davon ist die Eizellspende. Verwendet man zur Herbeiführung einer Schwangerschaft die Eizellen einer ca. 25jährigen Frau und die Samenzellen des Partners/ Ehemannes, können Schwangerschaftsraten von 50-60% erreicht werden. Die Schwangerschaft selbst trägt dabei die Frau aus, bei der die üblichen Maßnahmen der Kinderwunschbehandlung versagt haben oder aus Gründen des Alters von vorn herein nicht sinnvoll sind.

Aus unterschiedlichen Gründen ist die Eizellspende weltweit äußerst unterschiedlich geregelt. In einigen Ländern (z.B. Deutschland, Österreich, Italien) ist sie verboten und in einigen Ländern fördern bestehende Regelungen einfach nicht das Angebot an Spenderinnen, so dass lange Wartelisten die Behandlung verhindern. In wenigen Ländern jedoch ist die Behandlung unkompliziert, teilweise jedoch sehr teuer (USA).

Nach Änderung der Richtlinien in Spanien, wonach unter anderem die Spenderin lediglich 600-1000 Euro pro Spendezyklus verdienen darf, besteht, sicher wegen des sehr geringen durchschnittlichen Monatseinkommens, kein Engpass an Eizellspenderinnen.

Ein weiterer Grund hierfür ist jedoch die offenbar allgemein altruistische Einstellung der Spanier insgesamt. Spanien ist das prozentual führende Land im Bezug auf die Organspende. So geben offizielle Erhebungen an, dass 2006 35,1 Menschen pro Millionen Einwohner Organspender sind.

Spanien ist das weltweit führende Land in Bezug auf die Durchführung von Eizellspendezyklen pro Jahr. Die neuen Richtlinien fordern eine zentrale Registrierung der Spenderinnen, die Kontrolle der Anzahl der Kinder, der medizinischen Untersuchungen, der finanziellen Kompensation, der korrekten juristischen und medizinischen Aufklärung.

Auch wenn die Maximalzahl von Kindern, die mit Hilfe einer Eizellspenderin geboren wurden (incl. der eigenen), die Anzahl von sechs nicht übersteigen darf, konnten die bisher in Spanien behandelten Paare ohne größeren Zeitverzug behandelt werden.

Die sehr liberale Gesetzgebung und die gute Organisation der Eizellspende in den USA und Spanien haben natürlich zu einem Fortpflanzungstourismus erheblicher Art geführt. Die extremen Kosten der Behandlung in den USA und der logistische (Reise-) Aufwand führt aber dazu, dass die meisten Paare innerhalb Europas eher das heutzutage schnell und kostengünstig erreichbare Spanien wählen, um an ihr Ziel zu kommen.

Nach offiziellen Angaben der NCAHR (die spanische Kommission zur Regelung der künstlichen Befruchtung) fanden 2003 3398 Eizellentnahmen bei Spenderinnen statt. Die überwiegende Anzahl von Patientinnen kommt aus Deutschland, gefolgt von Italien, der Schweiz, Großbritannien und Österreich.

Seither stiegen diese Zahlen jährlich um 10 bis 12 Prozent an. Aufgrund der hohen Erfolgsraten (bei Kosten ab 7000 Euro pro Zyklus plus Reisekosten und Urlaubstage) bleibt zu hoffen, dass auch in Deutschland irgendwann (!) die Eizellspende legalisiert wird, damit Paare nicht gezwungen werden, sich an ausländische Kliniken zu wenden.

Dr. Peet
Quelle: Focus on Reproduction, ESHRE news - Mai 2007

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20.04.2007
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Das erste deutsche IVF-Kind ist 25 Jahre alt!

Schon bevor Louise Brown, das wohl bekannteste Baby weltweit, bei Manchester nach IVF geboren wurde und als welt-erstes IVF Baby in die (Medizin-)Geschichte einging, arbeiteten Professor Dr. med. Trotnow, die Biologin Dr. Tatjana Kleinwald und der Tierarzt Vet. med. Al-Hasani unter großer Geheimhaltung an der Erlanger Uni-Frauenklinik an ihrer Pioniertat.

Sie hatten ihr Ziel gerade noch nicht erreicht, als sie die Nachricht der Geburt aus England erreichte. Nach 13 Versuchen der Reagenzglasbefruchtung kam Oliver Wimmelbacher am 16.04.1982 per Kaiserschnitt zur Welt. Er war mit 4150 Gramm ein wahrer Prachtkerl.

Trotz der weltweiten Debatten um die ethische Vertretbarkeit der Zeugung im Reagenzglas hat sich das Verfahren inzwischen zur Standardmethode in der Behandlung der Unfruchtbarkeit entwickelt. In Deutschland sind seit 1982 etwa 100.000 Kinder geboren worden, es gibt mehr als 100 Spezialeinrichtungen. Im Jahre 2003 verzeichnete das Deutsche IVF Register 80.000 Behandlungszyklen.

Trotz des deutlichen Rückganges der Behandlungszahlen in Deutschland im Jahre 2005 (seit 2004 müssen gesetzlich versicherte Paare 50% der Kosten selbst tragen!) unterzogen sich noch etwa 40.000 Paare einer IVF (oder ICSI) Therapie.

Ein seither neu entwickeltes Verfahren, welches auch in der Praxisklinik für Fertilität durchgeführt wird, ist die IVM (In-Vitro-Maturation). Die meist erforderliche hochdosierte Hormontherapie ist teuer und nicht ganz ungefährlich. Außerdem bleibt manchmal, nach einer Krebsdiagnose, keine Zeit mehr, eine typische IVF Behandlung durchzuführen. Hier kann mitunter die IVM Therapie eingesetzt werden.

Bei der IVM werden im natürlichen Zyklus, ggf. unter späterem Zusatz geringer Hormonmengen, den Eierstöcken unreife Eizellen entnommen, die nun außerhalb des Körpers „herangereift" werden, um sie danach mit den Spermien des Partners zu befruchten. Die Zellen können dann als Embryonen transferiert oder im Stadium der „vor-befruchteten" Eizelle kryokonserviert werden. Derzeit sind die Erfolge mit dieser Methode aber noch sehr eingeschränkt.

Neben der ständigen Verfeinerung der Methoden und Möglichkeiten ist es auch gerade die [iKältekonservierung, die weitere Therapieoptionen ermöglichen soll.

Weltweit arbeiten Ärzte und Biologen an Methoden, mit denen Eierstöcke und Eizellen von Krebspatientinnen vor den Chemotherapeutika (Krebsmitteln) geschützt werden können. So kann vor Start der Chemotherapie betroffenen Kindern und jungen Frauen mittels einer Bauchspiegelung Eierstockgewebe entnommen und so schonend eingefroren werden, dass es nach dem Auftauen wieder funktionsfähig ist. Nach erfolgreicher Behandlung soll dann dieses Gewebe wieder re-transplantiert werden, um so Schwangerschaften zu ermöglichen.

Von einer etablierten Therapie zu sprechen ist es aber noch zu früh! Weltweit wurden nach der Re-Transplantation von Eierstockgewebe erst drei Schwangerschaften erzielt.

Dr. Peet
Quelle: Deutsches Ärzteblatt, dpa

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15.04.2007
Britischen Forschern ist es gelungen, aus Knochenmarkzellen Spermien zu züchten

Ein erster Schritt zur künstlichen Erzeugung von Samenzellen bei Menschen ist getan.

Der britische Stammzellbiologe Karim Nayernia, an der Uni in Newcastle-upon-Tyne, möchte einen Beitrag dazu leisten, dass Männer, die keine Samenzellen (mehr) produzieren ihre eigenen Gene weiter geben können.

Nayernias Ausgangsmaterial ist Knochenmark, aus dem sein Team – noch an der Universität in Göttingen – so genannte mesenchymale Stammzellen isolierte: „multipotente“ Stammzellen, die sich noch in einige Zelltypen differenzieren können, z.B. Knochen-, Muskel- oder Fettzellen. Welchen Entwicklungsweg die Zellen gehen, wird bestimmt durch die Einwirkung verschiedener chemischer Substanzen.

Die Forscher fanden einen Weg, wodurch sich diese Stammzellen auch in Richtung Samenzellen entwickeln. Mit einer dem Vitamin A ähnlichen Substanz entstanden so genannte „Ur-Geschlechtszellen“ (primordiale Keimzellen, PGC): Zellen, aus denen Ei- oder Samenzellen werden können, die aber im Gegensatz zu diesen diploid sind, also noch einen doppelten Chromosomensatz haben.

Es stellte sich heraus, dass ein kleiner Teil dieser Ur-Keimzellen sich einen Schritt weiterentwickelte. Sie wurden zu Spermatogonien (Spermienvorstufen). Da diese aber ebenfalls noch einen doppelten Chromosomensatz besitzen, werden noch weitere Entwicklungsschritte benötigt, bis das Stadium des reifen Spermiums erreicht wird. Nur mit reifen Spermien aber lassen sich jedoch Eizellen befruchten. Es wird bis dahin noch einige weitere Forschung geben müssen. Nichts desto trotz ist die Aufregung über diese Nachricht (Vorab Publikation) groß.

Der Forscher Nayernia ist nämlich bei Mäusen schon einen Schritt weiter, bei ihnen ist es ihm bereits gelungen, haploide Spermatozyten (weitere Spermienvorstufe) mit haploidem (einfachen) Chromosomensatz zu züchten. Er geht davon aus, dass es noch 3-5 Jahre dauern könnte, bis die gesamte (evtl. auch menschliche) Spermatogenese im Labor verwirklicht werden wird.

Nebenbei bemerkt: Offenbar lassen sich aus Knochenmark von Männern und Frauen Spermien herstellen. Da die Zellen einer Frau aber kein Y-Chromosom haben, könnten daraus nur Töchter werden.

Von ethischen Bedenken abgesehen, ist noch mit medizinischen Problemen umzugehen: Das „Imprinting“ (die „Prägung“) von Genen ist ein sensibler, noch nicht vollständig bekannter Prozess, der wohl auch von den genauen Bedingungen der Spermatogenese abhängt.
Es muß also noch durch umfangreiche Studien bewiesen werden, dass Kinder, die mit Hilfe solcher Spermien gezeugt werden kein extrem erhöhtes Risiko
für Fehlbildungen aufweisen.

Dr. Peet
Quelle: N-tv und Ärztezeitung

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11.04.2007
Neuer Spermien-Schnelltest

Laut einer Veröffentlichung in der „Ärzte Zeitung“ vom 10.04.07 scheint es Männern schon 2008 möglich zu werden, mittels eines Schnelltests ähnlich einem Schwangerschaftstest seine eigene Fruchtbarkeit abzuschätzen.

Bei diesem Test wird ein Teststreifen in das Ejakulat getaucht, das Ergebnis ist dann nach 15 Minuten an Hand einer Farbmarkierung erkennbar. Positiv ist der Test ab einer Spermienkonzentration von zehn Millionen pro Milliliter. Den Farbausschlag bewirken bestimmte Oberflächenproteine der Spermien.

Allerdings muß man wissen, dass die Konzentration allein nur einen Teil der wichtigen Informationen dafür gibt, ob ein Mann normal- oder eingeschränkt zeugungsfähig ist.

Die Motilität (Beweglichkeit) und die Morphologie werden vom Test nicht erfasst. Ein späterer Besuch beim Andrologen oder in einer Kinderwunschpraxis ist weiterhin empfehlenswert.

Dr. Wennemuth (Marburg) entwickelte den Test um z. B. zu erreichen, dass Paare früher zum Kinderwunschspezialisten gehen, da sie ggf. durch diesen Test einfach erfahren können, dass beim Mann vielleicht „irgendwas nicht stimmt!“

Die Unfruchtbarkeit ist häufig die Spätfolge von Mumps. Die Infektion kann dazu führen, dass Männer nur noch wenige oder keine Spermien bilden. Sie können zwar trotzdem noch Kinder zeugen, allerdings nur über künstliche Befruchtung. Wenn ein Spermienmangel früh diagnostiziert werde, könne man auch schon früher mit einer künstlichen Befruchtung beginnen und den Paaren den Leidensweg verkürzen.

Dr. Peet
Quelle: Ärzte Zeitung

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17.03.2007
Weitere Liberalisierung der künstlichen Befruchtung in Belgien

In Belgien werden jährlich etwa 12.000 Behandlungszyklen der künstlichen Befruchtung durchgeführt. Aus dieser Behandlung gehen ca. 2.000 Kinder hervor.

Der rechtliche Rahmen war bisher nur durch zwei Erlasse geregelt. Ein Embryonenschutzgesetz - wie in Deutschland - gibt es dort nicht. Belgien war schon bisher für sein liberales Verhalten und einen hohen wissenschaftlichen Standard in diesem Bereich bekannt.

Nun stimmte das Abgeordnetenhaus am 15.03.07 einem Gesetzentwurf zu, wodurch geregelt wird, dass künftig auch unverheirateten Frauen, Paaren ohne Trauschein und gleichgeschlechtlichen Paaren diese Behandlungsverfahren offen stehen. Zusätzlich sollen sich Frauen, unter bestimmten Umständen, auch nach dem Tod ihres Partners von ihm befruchtete Embryonen einpflanzen lassen können, heißt es in dem vom Senat bereits gebilligten Text. Das Gesetz sieht zudem Regelungen vor, wie Paare mit überzähligen Embryonen umgehen können. Sie können für fünf Jahre aufbewahrt oder zerstört werden.

Nach dem neuen Gesetz ist auch eine Freigabe „überzähliger“ Embryonen zur Adoption oder für Forschungszwecke möglich. Geregelt wird zudem, wie bei Meinungsverschiedenheiten der Paare, einer Trennung oder dem Tod eines Partners zu verfahren ist. Ein Handel mit Embryonen wird ebenso verboten wie eine Selektion zur Geschlechtsbestimmung.

Als Altersgrenze für eine künstliche Befruchtung legt das neue Gesetz 45 Jahre für Eizellspenden sowie 47 Jahre für die Einpflanzung der Embryonen und für Samenspenden fest. Deutliche Kritik an dem neuen Gesetz haben Belgiens Bischöfe geäußert. Nicht alles technisch Mögliche sei auch moralisch wünschenswert, erklärten sie. Der Wunsch nach einem Kind sei zwar grundsätzlich positiv. Im Vordergrund müsse aber die Menschenwürde des Kindes stehen. Embryonen dürften nicht als Mittel zum Zweck begriffen werden.

Dr. Peet
Quelle: Deutsches Ärzteblatt

 

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